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4 Min. Lesezeit · Restio Team

Pendler vs. Homeoffice: So findest du den optimalen Split

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Das Dilemma: Büro oder Homeoffice?

Seit der Pandemie arbeiten Millionen Arbeitnehmer in Deutschland flexibel — mal im Büro, mal zu Hause. Steuerlich bedeutet das: An Bürotagen gibt es die Pendlerpauschale, an Homeoffice-Tagen die Homeoffice-Pauschale. Aber welche Aufteilung bringt die höchsten Werbungskosten?

Die meisten Arbeitnehmer wählen ihren Split nach Komfort — nicht nach Steuervorteil. Dabei kann die richtige Aufteilung hunderte Euro Unterschied machen.

Kurz & knapp: Der optimale Split hängt von deiner Entfernung ab. Unter 20 km bringt ein Homeoffice-Tag (€6) mehr als ein Bürotag. Ab 20 km überwiegt die Pendlerpauschale (€7,60+). Ab 2026 mit einheitlich €0,38/km verschiebt sich der Break-even: Schon ab ~16 km lohnt sich der Bürotag mehr.

Die zwei Pauschalen im Vergleich

Pendlerpauschale (Bürotage)

  • Bis 2025: €0,30/km (km 1-20) + €0,38/km (ab km 21)
  • Ab 2026: €0,38/km ab dem ersten Kilometer
  • Gilt für den einfachen Arbeitsweg
  • Kein Maximum für Autofahrer

Homeoffice-Pauschale (Homeoffice-Tage)

  • €6 pro Tag
  • Maximum: 210 Tage = €1.260/Jahr
  • Kein eigenes Arbeitszimmer nötig
  • Du musst überwiegend von zu Hause arbeiten (>50% des Tages)

Der Break-even-Punkt

Ab welcher Entfernung lohnt sich ein Bürotag mehr als ein Homeoffice-Tag?

Ab 2026 (€0,38/km): €6 ÷ €0,38 = 15,8 km → Ab 16 km lohnt sich der Bürotag mehr.

Rechenbeispiel: 25 km Entfernung, 5 Splits im Vergleich

Annahme: 220 Arbeitstage pro Jahr, 25 km einfacher Arbeitsweg, ab 2026 (€0,38/km).

Ein Bürotag bringt: 25 × €0,38 = €9,50/Tag Ein Homeoffice-Tag bringt: €6,00/Tag

Split (Büro/HO pro Woche)BürotageHO-TagePendlerpauschaleHO-PauschaleGesamt
5/0 (nur Büro)2200€2.090€0€2.090
4/117644€1.672€264€1.936
3/213288€1.254€528€1.782
2/388132€836€792€1.628
1/444176€418€1.056€1.474

Ergebnis: Bei 25 km bringt jeder Bürotag €3,50 mehr als ein Homeoffice-Tag. Rein steuerlich ist 5/0 (nur Büro) optimal — aber natürlich muss das mit deinem Arbeitsalltag vereinbar sein.

Und bei kurzer Entfernung? (10 km)

Ein Bürotag: 10 × €0,38 = €3,80 — weniger als €6 Homeoffice-Pauschale!

SplitBürotageHO-TagePendlerpauschaleHO-PauschaleGesamt
5/02200€836€0€836
3/213288€502€528€1.030
1/444176€167€1.056€1.223
0/50210€0€1.260€1.260

Ergebnis: Bei 10 km ist maximales Homeoffice steuerlich deutlich besser.

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Jede Entfernung und jeder Split ergibt ein anderes Ergebnis. Nutze unseren kostenlosen Pendler vs. Homeoffice Optimierer — er vergleicht alle Splits und zeigt dir die optimale Aufteilung.

Wichtige Regeln für die Steuererklärung

Nicht beide für denselben Tag

Du kannst Pendlerpauschale und Homeoffice-Pauschale nicht für denselben Tag geltend machen. Entweder Büro oder Homeoffice — pro Tag.

Werbungskosten-Pauschbetrag beachten

Deine gesamten Werbungskosten (Pendlerpauschale + Homeoffice + Arbeitsmittel + weitere) werden erst dann steuerlich wirksam, wenn sie den Pauschbetrag von €1.230 überschreiten. Bei kurzen Entfernungen und wenig Homeoffice kommst du möglicherweise nicht darüber.

Rechtsgrundlage

Häufige Fehler vermeiden

  • Optimalen Split nicht berechnen — Die meisten wählen 3/2 oder 2/3 aus Gewohnheit, ohne die Steuer-Auswirkung zu prüfen.
  • 2026-Änderung nicht einplanen — Mit €0,38/km ab km 1 verschiebt sich der Break-even deutlich. Wer 2025 noch optimal im Homeoffice war, fährt 2026 besser ins Büro.
  • Homeoffice-Tage nicht dokumentieren — Führe ein einfaches Protokoll. Ohne Nachweis kann das Finanzamt die Homeoffice-Pauschale streichen.
  • 210-Tage-Grenze bei Homeoffice vergessen — Mehr als 210 Homeoffice-Tage bringen keine zusätzliche Absetzung.

So hilft Restio

Den optimalen Split zu finden ist der erste Schritt — ihn über das Jahr sauber zu dokumentieren der zweite. Restio unterstützt dich bei beidem:

  • Automatische Tage-Zählung — Restio trackt deine Büro- und Homeoffice-Tage automatisch und erinnert dich an die 210-Tage-Grenze
  • Werbungskosten-Schwelle — der Finanzwächter zeigt dir in Echtzeit, ob du über dem Pauschbetrag von €1.230 liegst
  • KI-Optimierung — der Steuerexperte berechnet, welche Aufteilung bei deiner Entfernung am meisten bringt

Teste Restio 14 Tage kostenlos und finde deinen optimalen Split.

Fazit

Die optimale Aufteilung zwischen Büro und Homeoffice hängt vor allem von deiner Entfernung ab. Ab 2026 lohnt sich ein Bürotag ab 16 km mehr als ein Homeoffice-Tag. Bei 25 km bringt jeder Bürotag €3,50 mehr. Bei kurzer Entfernung (unter 16 km) ist maximales Homeoffice steuerlich besser. Rechne deinen konkreten Fall durch — die Unterschiede über ein Jahr summieren sich schnell auf mehrere hundert Euro.

Restio

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Häufig gestellte Fragen

Kann ich frei wählen, wie viele Tage ich ins Büro fahre?

Steuerlich ja — du kannst die tatsächlichen Büro- und Homeoffice-Tage angeben. Aber die Angaben müssen realistisch sein und zu deinem Arbeitsvertrag passen. Das Finanzamt kann bei ungewöhnlichen Aufteilungen Nachweise verlangen.

Was akzeptiert das Finanzamt als Nachweis?

Kalendereinträge, Arbeitszeiterfassung, Homeoffice-Vereinbarung mit dem Arbeitgeber oder ein einfaches Tagesprotokoll. Eine App wie Restio, die Homeoffice-Tage automatisch trackt, wird ebenfalls akzeptiert.

Was ändert sich 2026 bei der Pendlerpauschale?

Ab 2026 gilt einheitlich 0,38 €/km ab dem ersten Kilometer (vorher: 0,30 €/km für die ersten 20 km). Das macht die Pendlerpauschale besonders für kurze Arbeitswege deutlich attraktiver.

Was ist, wenn mein Arbeitgeber keinen Homeoffice-Tag erlaubt?

Dann kannst du nur die Pendlerpauschale für deine tatsächlichen Bürotage absetzen. Die Homeoffice-Pauschale setzt voraus, dass du überwiegend von zu Hause aus arbeitest — das muss der Arbeitgeber nicht formal genehmigen, aber du musst es tatsächlich tun.

Zählt Kurzarbeit als Homeoffice-Tag?

Nein. An Kurzarbeitstagen ohne Arbeit fällt weder Pendlerpauschale noch Homeoffice-Pauschale an. Nur wenn du am Kurzarbeitstag tatsächlich von zu Hause arbeitest, gilt die Homeoffice-Pauschale.